Bestätigung der Vergeltungslehre trotz scheinbarer Beispiele des Gegenteiles. 1)
Nicht plag' dich Zorn ob Böser,
Ob Missetäter Eifer!
Denn schnell wie Gras vergehn sie,
Wie grünes Kraut verwelkend.
Vertrau' dem Herrn, tu Gutes;
Im Lande übe Treue!
Erfreue Dich Jehovas!
So gibt Er, was Dein Herz wünscht.
Stell' Gott anheim den Weg dein,
Vertraue Seiner Fügung!
Bald strahlt dein Recht dem Licht gleich,
Gerechtigkeit wie Mittag.
Jehovas harre schweigend,
Ob Frevlersglück nicht eifernd;
Ob Mannes, der auf Trug sinnt,
Zu stürzen Arme, Dulder!
Steh ab vom Zorn, lass Ingrimm,
Erhitz' dich nicht, nur Schuld bringt's!
Denn Gott wird Böse tilgen,
Das Land verleihn den Seinen.
Bald fährt dahin der Frevler;
Vergeblich sucht dein Blick ihn.
Das Land ererben Dulder,
In Friedensfülle glücklich.
Wenn Frevler Frommem nachstellt,
Und mit den Zähnen knirschet,
So lachet sein der Allherr,
Weil Er den Straftag nah sieht.
Schwert zückt man, spannt den Bogen,
Zu würgen die Gerechten!
Doch den, der's zog, das Schwert trifft;
Zerbrochen wird der Bogen.
Gerechter Armut lieber,
Als Überfluss der Frevler!
Denn Frevlers Arm zerbricht Gott,
Und stützet die Gerechten.
Gott kennt der Frommen Tage;
Ihr Erbteil bleibt auf ewig.
Sie werden satt in Teu'rung,
Bei Unheil nicht zuschanden.
Denn Sünder werden schwinden
Und ihre Kinder betteln.
In Rauch, wie Schmuck der Wiesen,
Gehn auf Jehovas Feinde.
Der Frevler borgt, bezahlt nicht;
Doch schenken kann Gerechter.
Denn Land erbt, wer gesegnet;
Getilgt wird Gottverfluchter.
Gott lenkt des Mannes Schritte;
Wer Ihm gefällt, geht sicher.
Kein Fall streckt ihn danieder,
Weil seine Hand der Herr hält.
Vom Knaben ward zum Greis ich,
Sah nie verlassen Fromme.
Sie schenken, leihen täglich;
Gesegnet ist ihr Nachwuchs.
Meid Böses, tue Gutes,
So weilst du stets im Frieden!
Jehova liebt das Recht ja,
Verlässt nicht Seine Treuen.
Vernichtet wird, wer gottlos,
Vertilgt die Brut der Frevler.
Das Land erwirbt Gerechter,
Und wohnt darin auf ewig.
Aus seinem Mund strömt Weisheit,
Und Recht von seinen Lippen.
Sein Herz birgt Gottes Lehre;
Drum wird sein Schritt nicht wanken.
Auf Fromme lauert Frevler,
Und suchet sie zu töten.
Gott lässt sie seiner Hand nicht,
Spricht frei sie im Gerichte.
Vertrauend folg' des Herrn Weg,
So gibt Er Hoheit, Gut Dir,
Errettet dich von Frevlern,
Lässt ihren Sturz dich schauen!
Ich sah gespreizt den Wüt'rich,
Gleich mächtigem Baume grünend.
Ich ging vorbei, fort war er;
Ich suchte ihn vergeblich.
Auf Redlicher Geschick merk'!
Denn Friedensmann hat Nachwuchs.
Vertilgung straft den Abfall,
Vernichtung Frevler's Söhne.
Gerechter Heil der Herr ist,
Und Burg zur Zeit der Drangsal;
Er hilft und lässt entrinnen,
Befreit den, der Ihm trauet.